Ritterorden
Heinrich III. der Erlauchte
 

Grafschaft Eckartsberga



Wappenbeschreibung: geteilt; oben in Blau ein rot gezungter, wachsender goldener Löwe, unten in Gold eine rote Lilie

Aufgenommen in das Kommunalwappen von: Eckartsberga


Markgraf Ekkehard von Meißen aus dem thüringischen Geschlecht der Ekkehardiner gilt als Gründer und damit zugleich als Namengeber der 998 erbauten „neuen" Burg zu Eckartsberga. 1064 gelangten die ekkehardinischen Besitzungen im Erbgang an den wettinischen Gemahl der Tochter des älteren Ekkehard, während Eckartsberga selbst vermutlich als erledigtes Lehen an die Grafen von Weimar fiel. Nach deren Aussterben 1112 gebot darüber für einige Jahre Wiprecht II. von Groitzsch, ehe 1121 Kaiser Heinrich V. Eckartsberga an Landgraf Ludwig (d. Springer) zur Bekräftigung eines Bündnisses überließ. Als Landgraf Heinrich Raspe 1247 kin­derlos umkam, beanspruchten die Wettiner als Landgrafen von Thüringen erfolgreich auch Eckartsberga. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg mehrfach verpfändet. 1485 gehörte die Graf­schaft Eckartsberga zum Albertinischen Anteil.


Das altmeißnische Geschlecht derer v. Eckartsberg, das seine Abkunft von der Stadt Eckarts­berga herleitet, trägt heraldisch nichts zur Erklärung dieses Wappens bei. Es führt in Gold ein schwarzes Jagdhorn an roter Schnur. Vermutlich muss man zur Deutung auf das Zeichen der Marschälle von Goldbach zurückgreifen, die zwischen 1240 und 1275 Urkunden. Sie entstam­men der Familie von Ebersberg-Eckartsberga und kennzeichnen sich nach Ausweis ihrer Siegel durch ein geteiltes, oben damasziertes und unten mit drei Lilien belegtes Wappen. Ob uns hier wieder der Meißner Löwe in anderer Farbe entgegentritt oder etwa der der Grafen von Käfern­burg bzw. von Schwarzburg, was auf Grund der Tingierung nicht auszuschließen wäre, muss vorläufig offen bleiben.


Quelle: Historische Stätten XI, S. 97 f.; Meyers Konversations-Lexikon Bd. 5, S. 815; Siebmacher I, S. 41 u. Taf. 25; Posse Bd. II, S. 110 u. Taf. 50 sowie Bd. III, S. 25 u. Taf. 9; Albinus S. 262 f.; Biedermann Nr. 60; v. Birken (Wappen);Lexikon, Städte