Ritterorden
Heinrich III. der Erlauchte
 

Johannes der Täufer


Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)



Prophet, Täufer Jesu, Märtyrer

* 24. Juni um 5 v. Chr. (?) 1 in Ein Kerem bei Jerusalem (?) in Israel

† 29. August nach 29 in der Burg Machaerus in Jordanien oder in Tiberias in Galiläa in Israel

Gedenktag evangelisch: 24. Juni

Gedenktag der Enthauptung: 29. August



Johannes war nach der Erzählung im Lukasevangelium (1, 5 -25) der Sohn der Elisabeth und des Zacharias; er wurde der Überlieferung nach ein halbes Jahr vor Jesus geboren. Der schon alte Priester Zacharias, dessen Ehe lange kinderlos war, opferte im Tempel und erhielt durch den Erzengel Gabriel die Verheißung, dass ihm ein Sohn geboren werde. Zacharias zweifelte, bat um ein Zeichen und wurde vom Engel mit Stummheit geschlagen. Die dann tatsächlich in hohem Alter schwanger gewordene Elisabeth wurde in der Schwangerschaft von Maria besucht, die bei ihr blieb bis zur Geburt des Johannes. Elisabeth, nach der Geburt über die Namensgebung befragt, wusste aus ihrer Eingebung, dass der Knabe entgegen der Familientradition Johannes heißen sollte; gleichzeitig schrieb Zacharias den Namen auf eine Wachstafel, erhielt nun seine Sprache zurück (Lukasevangelium 1, 39 - 66) und brach in den im Lukasevangelium überlieferten Lobgesang aus (1, 67 - 79). Geboren wurde Johannes nach Lk 1,5 EU „zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa“; dieser regierte von 38 v. Chr. bis 4 v. Chr. ach Angaben in Lk beginnt das Auftreten des Johannes „im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius“ (Lk 3,1 EU), was auf die Jahre 26–29 n. Chr. verweist.

Hans Baldung Grien: Kopf des Johannes, 1516, in der National Gallery of Art in Washington

Hans Baldung Grien: Kopf des Johannes

1516, in der

National Gallery of Art in Washington

Sein Hauptwirkungsgebiet war im damaligen Peräa auf der anderen Seite des Jordans gegenüber von Jericho. Er führte ein betont asketisches Leben – laut Mk 1,6 EU soll er sich von Heuschrecken[10] und wildem Honig ernährt haben, laut Mt 11,18 EU aß und trank er gar nichts. Er predigte im Stil der alten Propheten und taufte (die Taufe bestand damals in einem Eintauchen ins Wasser, vgl. Wortherkunft). Johannes rief zur Umkehr auf und kündigte das Kommen des Gottesreiches und „eines Stärkeren“ zum endzeitlichen Gericht an (Mt 3,1.11-12 EU; Lk 3,4.15-17 EU). Damit gilt er im Christentum als Wegbereiter der unmittelbar bevorstehenden Ankunft des Messias und wird mit Elija in Verbindung gebracht.


Die Anhängerschaft von Johannes war zahlreich, darunter auch Jesus von Nazaret, der sich durch ihn taufen ließ.[11][12] Johannes und Jesus gehören mit ihrer Gerichtsbotschaft zur prophetischen Tradition Israels und standen damit außerhalb der jüdischen Gruppen ihrer Zeit, die auch keine Taufe kannten.


Auf die Frage von im Dienste der Herodesdynastie stehenden jüdischen Soldaten: Was sollen wir tun? antwortete Johannes: Tut niemandem Gewalt an, erpresst niemanden und begnügt euch mit eurem Solde (Lk 3,14 EU). Viele dieser Soldaten wurden Anhänger des Johannes. Ein Teil der Anhängerschaft des Johannes schloss sich nach dessen Tod Jesus von Nazaret an (z. B. Apg 19,1–7 EU). In der späteren Geschichte findet man die Johannesjünger unter dem Namen Mandäer wieder.


Nach den Evangelien wurde Johannes ins Gefängnis geworfen, kurz nachdem er Jesus getauft hatte, d. h. zu Anfang der öffentlichen Wirksamkeit Jesu (Mt 4,12; Mk 1,14; Lk 3,19-20). Die Forschung datiert die Gefangennahme auf 27/28 oder ca. 30/31. Der Grund für die Gefangennahme war nach den Evangelien, dass Johannes Herodes Antipas dafür kritisiert hatte, dass er die Frau seines Bruders geheiratet hatte (Mt 14,4 EU; Lk 3,19). Nach Flavius Josephus war der Grund seiner Inhaftierung, dass Herodes fürchtete, „das Ansehen des Mannes, dessen Rat allgemein befolgt zu werden schien, möchte das Volk zum Aufruhr treiben“ (Ant. Jud. 18,5,2). Er hielt ihn auf seiner Grenzfestung Machaerus am Toten Meer gefangen.


Nach Mk 6,17–29 EU und Mt 14,3–12 EU soll die Tochter von Herodes’ Frau Herodias, von dieser dazu angestiftet, von Herodes den Kopf Johannes’ des Täufers als Belohnung für einen Tanz gefordert und erhalten haben. Über ihren Ort schweigen wiederum die Evangelien; nach Josephus geschah sie auf der Festung Machaerus am Toten Meer, welche die Grenze zwischen dem Territorium von Antipas und dem von Aretas sicherte (Jüd. Alt. XVIII 5,2). Die Hinrichtung erfolgte wahrscheinlich im Jahre 28/29 oder 31/32 und nach den Evangelien am Geburtstag des Herodes Antipas, den man bis heute nicht kennt.

Fürstenstraße der Wettiner

Rafael Sanzio: Johannes als Kind

(rechts) mit Maria und dem Jesuskind

um 1510, in der Sakristei der Kathedrale in Toledo

Nach syrischen Legenden begruben Andreas und Johannes den Leichnam in Samaria - dem heutigen Shomron / as-Samarah -, dieses Grab wurde von Hieronymus bestätigt. Im 4. Jahrhundert wurde dort eine Kirche errichtet, deren Reste 1931 ausgegraben wurden.


Seine Attribute in der Ikonographie sind das Fellgewand, der Kreuzstab oder ein Lamm sowie der Zeigegestus auf Jesus, oft verbunden mit dem Spruchband „Ecce Agnus Dei“ („Seht das Lamm Gottes“). Meist wird der Heilige mager, mit langen Haaren und teils mit Flügeln dargestellt, um seine asketische und engelsgleiche Lebensweise zu betonen. Als Johannesknabe erscheint er häufig zusammen mit dem etwa gleichaltrigen Jesusknaben und Maria.


In Ein Kerem, das Johannes' Geburtsort gewesen sei, steht am angeblichen Platz seiner Geburt die "Kirche des Heiligen Johannes" und am Ort der vorherigen Begegnung mit seiner Mutter die "Kirche der Heimsuchung". Qumran am Toten Meer, berühmt durch die dort aufgefundenen Schriftrollen, das Kloster der jüdischen Sekte der Essener, war der Ort, von dem aus Johannes wohl sein Wirken begann. Unweit, wenige Kilometer nördlich vom Zufluss des Jordans ins Tote Meer wird an der Qasr el Jahud genannten Stelle der Ort gezeigt, an der Johannes gepredigt und getauft habe und wo demnach auch die Taufe Jesu erfolgte.


In der Legenda Aurea wird Johannes auch als Engel bezeichnet, nach Maleachi 3, 1: "Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird den Weg freiräumen vor mir." In der östlichen Tradition wird Johannes deshalb meist mit großen Flügeln dargestellt. Als Mittler im Jüngsten Gericht ist sein Platz traditionell zur Linken Christi.


Das Datum seines Gedenktages wurde entsprechend der Angaben des Lukasevangeliums (1, 26. 38) im Westen vom liturgischen Datum der Geburt Jesu her errechnet: drei Monate nach Mariä Verkündigung und sechs Monate vor Weihnachten. So ergab sich das (antike) Datum der Sommersonnenwende, der 24. Juni als längster Tag des Jahres und altes keltisches Sonnenwendfest - Tag des Sieges der Sonne und des Lichtes über Dunkelheit und Tod; dies war begründet auch in Johannes' Hinweis auf Jesus: "Jener muss größer werden, ich aber geringer." (Johannesevangelium 3, 30) Der Termin ist erstmals in einem afrikanischen Schriftstück Ende des 4. Jahrhunderts, dann durch Augustinus für Afrika bezeugt und mit der Sonnwende in Verbindung gebracht. Gregor von Tours kannte für Gallien einen Tauftermin an einem Fest zum Gedenken an Johannes' Leiden, wobei der 24. Juni oder der 29. August gemeint sein können.


Neben Jesus und Maria ist Johannes der einzige, dessen Geburtstag gefeiert wird, woran seine besondere heilsgeschichtliche Bedeutung deutlich wird.


Das Brauchtum am Johannestag ist weniger aus seiner Person als aus dem Datum geboren: Johannes- oder Sonnwendfeuer werden weithin an diesem Tag abgebrannt; oft auch mit Tanz um das Johannisfeuer. Das vor allem auf Bergen stattfindende Feuer ist ein altes Symbol für die Sonne und damit für Christus.


Dem Volksglauben nach sollte das Johannisfeuer böse Dämonen und Hagelschäden abwehren. Das Johannisfeuer findet man fast über ganz Europa; die südlichste Sonnenwendfeier mit Johannisfeuer war lange Zeit in Alicante, heute ist sie in Torrevieja in Spanien. Mancherorts werden Brunnen und Quellen besonders geschmückt. Ein "Feuersegen" findet sich im deutschen Benediktionale der katholischen Kirche.


Mantelwappen der Wettiner

Dietrich Bouts der Jüngere:

Johannes in der Landschaft

um 1470, Alte Pinakothek in München